Auslandsgesellschaft Deutschland




     

Integration und gemeinsam leben:
Interkulturelle Lotsen: Integration von Neuzuwanderern

AgGmbH und fünf Rotary Clubs Dortmund gestalten das Pilotprojekt

Ausgangslage

Dortmund ist ein Ort der Vielfalt. Hier leben und arbeiten Menschen aus aller Welt miteinander. Multikulturalität ist der gelebte Stützpfeiler des demokratischen Miteinanders. Das macht einen guten Teil des kulturellen Reichtums Dortmunds aus. Aktuell suchen sehr viele Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Dortmund Zuflucht. Sie finden sich oft in einer für sie ungewohnten Situation wieder: Andere Werte, Einstellungen und Orientierungen, aber auch Unkenntnis über Normen und Gepflogenheiten anderer Kulturen. In manchen Fällen kommen Armut und mangelnde Bildung hinzu, die bei der Entstehung von Konflikten ihr Übriges tun. Gerade Menschen für die die hiesigen Sinn- und Orientierungsmuster nicht selbstverständlich sind und die sich im institutionellen Dschungel der Bundesrepublik noch nicht mühelos zurecht finden, sind oftmals auf die Unterstützung anderer angewiesen. An dieser Stelle setzt das Programm „Interkulturelle Lotsen“ der Auslandsgesellschaft Intercultural Academy an. Projektbeschreibung Ab Februar 2016 startet die aktivierende und zugehende Beratung und Begleitung der Zuwanderer vor Ort durch Lotsen, die v.a. einen Vorteil haben: Sie sprechen deren Muttersprache. Diese können Zugezogenen dabei helfen sich mit der (nicht nur räumlichen, sondern auch kulturellen und sozialen) Umgebung zurecht zu finden. Die Arbeit der Lotsen versteht sich dabei in erster Linie als Hilfe zur Selbsthilfe. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Aufklärung über das Alltagsleben in Deutschland und die begleitende Hilfe bei den ersten Schritten in der neuen Heimat. Die Lotsen sprechen Zuwanderer in ihrer Sprache an, beantworten praktische Fragen zu Kindergarten, Schule, Behörden und Gesundheits- und Sozialsystem und unterstützen bei der Berufsfindung, Kinderbetreuung, Melde- und in Wohnangelegenheiten uvm. Sie helfen bei der Bewältigung von Alltagsaufgaben, informieren aber auch über Normen und Gepflogenheiten. Wichtig ist, dass die Lotsen die vorhandenen Hilfe- und Unterstützungsstrukturen im Stadtgebiet kennen und nutzen können, um im Bedarfsfall an die entsprechenden Stellen weitervermitteln zu können. Die Rekrutierung, Ausbildung und Betreuung der Lotsen erfolgt durch die Auslandsgesellschaft. Durch die dort stattfindenden Deutschkurse besteht ein großes Reservoir an jungen Menschen verschiedenster Herkunft, die sich sehr gut als Lotsen eignen, da sie sich als Muttersprachler mit den Neuankömmlingen verständigen können. Sie erhalten eine umfassende interkulturelle Schulung durch die Auslandsgesellschaft, die neben interkulturellem Konfliktmanagement auch zentrale Eckpunkte zu den oben genannten Themen (Schulsystem, Rechtssystem, Behörden, Hilfesystem usw.) enthält. In den Räumlichkeiten der Auslandsgesellschaft ist ein Lotsenbüro eingerichtet, in dem die Aktivitäten der Lotsen strukturiert und organisiert werden, in dem aber auch Ansprechpartner für die Betroffenen und Akteure anzutreffen sind. Sowohl zur Optimierung als auch zur Sicherung der Übertragbarkeit des Projekts auf andere Städte soll es evaluiert werden. Ziel der Evaluation ist, erfolgreiche Strategien und erfolgsfördernde Faktoren zu identifizieren, Hemmnisse und Schwachstellen aufzuzeigen sowie Konzepte zur Verbesserung zu entwickeln.

Projektziele

  • Rekrutierung und Ausbildung interkultureller Lotsen

  • Unterstützung Neuzuwanderer bei der Integration und Alltagsbewältigung

  • Herkunftsländer: Syrien, Afghanistan, Nordafrika, Rumänien / Bulgarien, ggf. Indien, Palästina

  • Abbau von Vorurteilen und interkulturellen Konflikten

Projektträger und -partner:

  • Auslandsgesellschaft Intercultural Academy (AgGmbH)

  • Inhaltlich und finanziell begleitet durch alle Dortmunder Rotary Clubs

  • Obmann der Nordstadt, Ubbo de Boer

  • Spenden: VIVAWEST Stiftung gemeinnützige GmbH und HDI Versicherung

Das Projekt soll in sich weiter wachsen, indem auch zu einem späteren Zeitpunkt weitere Lotsen aufgenommen werden und es auf weitere – für Flüchtlinge und Zuwanderer relevante - Themen ausgeweitet wird („learning by doing“).

Willkommen im Alltag




 


 

 
 
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